Vertrauen im Netz ist teuer geworden
Von eIDAS zur Pflicht: Die Zeitleiste
eIDAS wird verabschiedet
Eine EU-Verordnung schafft die gemeinsame Rechtsgrundlage für digitale Identitäten, elektronische Signaturen und Vertrauensdienste.
eIDAS 2.0 tritt in Kraft
Die Überarbeitung führt die EUDI-Wallet ein — für Bürger, Verwaltung und Wirtschaft.
Bereitstellung für Bürger
Jeder Mitgliedsstaat muss seinen Bürgern die Möglichkeit geben, ihre hoheitliche digitale Identität zu nutzen.
Prüfung wird Pflicht
Nach Artikel 45e müssen Nachweise aus einer EUDI-Wallet akzeptiert und geprüft werden. Das ist das Datum, an dem aus einem Zukunftsthema eine Aufgabe wird.
Zur VerordnungWen es betrifft
Die Verordnung benennt im Absatz 56 die Bereiche, in denen die Wallet anerkannt werden muss - und damit fast jede Organisation, die Kunden identifiziert.
Im Detail sind Organisationen betroffen, bei denen eine starke Nutzerauthentifizierung für die Online-Identifizierung erforderlich ist.
Verkehr
Energie
Bankwesen
Finanzdienstleistungen
Soziale Sicherheit
Gesundheit
Wasserversorgung
Postdienste
Digitale Infrastruktur
Telekommunikation
Bildung
[Und was ist ein Credential?]
Ein Credential ist ein digitaler Nachweis, der sich selbst belegt
In der IDealWALLET|App sieht ein Credential aus wie eine kleine Karte: Abo, Ausweis, Berechtigung. Technisch sind es signierte Daten plus zwei Schlüssel - ein öffentlicher, mit dem jeder prüfen kann, und ein privater, der beweist, dass der Nachweis Ihnen gehört.
Der Unterschied zum PDF im Postfach: Beim Credential lässt sich in Sekunden feststellen, wer es ausgestellt hat, dass niemand es verändert hat und dass es der Person vor Ihnen gehört. Ohne Rückfrage beim Herausgeber.
Und Sie zeigen nur, was gebraucht wird.
Das nennt sich selektive Offenlegung.
Ein Beispiel aus dem Alltag:
Drei Rollen - und Sie haben das Wichtigste verstanden
Das gesamte Ökosystem besteht aus drei Beteiligten. Wer diese drei kennt, versteht jede Fachdiskussion.
Ein Satz, der dabei oft fehlt:
Eine Organisation ist meist alle drei zugleich: Sie gibt Nachweise heraus, hält fremde Nachweise und prüft Nachweise von anderen. Genau deshalb lohnt es sich, das Thema einmal ganz zu verstehen.
Herausgeber (Issuer)
Stellt den Nachweis aus und steht mit seiner Signatur dafür ein. Das Standesamt für die Geburtsurkunde, das Verkehrsunternehmen für das Abo, die Bank für die Kontovollmacht.
Halter (Holder)
Bewahrt den Nachweis auf und entscheidet, wem er ihn zeigt. Das ist die Person mit der Wallet — und der wesentliche Unterschied zu heute, wo Ihre Daten bei anderen liegen.
Prüfer (Verifier)
Sieht den Nachweis und prüft zwei Dinge: Kommt er vom richtigen Herausgeber, und gehört er der Person, die ihn vorzeigt. Der Kontrolleur, das Amt, der Onlineshop.
[Die Sicherheit]
Was den Unterschied macht: Wo der Schlüssel liegt
Jeder Nachweis in einer Wallet hängt an einem privaten Schlüssel. Wer diesen Schlüssel hat, ist für jedes System diese Person. Die entscheidende Frage einer Wallet ist deshalb nicht, wie hübsch sie aussieht, sondern wo dieser Schlüssel liegt.
Hierzu muss die Sicherheit und der Ort des Speichers genau betrachtet werden:
Es wird viele Wallets geben. Genau darum geht es.
Die häufigste Fehlannahme: Es käme eine einzige App - vom Staat. Tatsächlich werden mehrere Anbieter Wallets bauen - Hersteller, Banken, Verwaltungen, Verkehrsunternehmen.
Jede Wallet wird einzelne Vorteile haben.
Jede Wallet ist unterschiedlich sicher.
Damit das funktioniert, muss ein Nachweis überall prüfbar sein, egal aus welcher Wallet er kommt. Das ist der Sinn der Standards und das ist der Grund, warum in diesem Feld so viel über Interoperabilität geredet wird.
Der Nutzen zeigt sich erst dann:
- Die Abo-Karte des Verkehrsunternehmens öffnet das Carsharing.
- Die Meldebestätigung als digitaler Nachweis aus dem Bürgerbüro beschleunigt den Antrag beim Sozialamt.
- Der Führerschein als digitaler Nachweis von der Fahrerlaubnisbehörde genügt dem Mietwagenanbieter.
Digitale Nachweise, die über Branchengrenzen hinweg gelten.
Die Abkürzungen, einmal durchbuchstabiert
Wenn Ihnen in einer Präsentation ein Kürzel entgegenfliegt: hier steht, was gemeint ist.
Gruppe 1 - Recht und Politik
Gruppe 2 - Protokolle
Gruppe 3 - Nachweisformate
Gruppe 4 - Nachweisarten
Gruppe 5 - Anbindung
Gruppe 6 - Technik
Gruppe 7 - Projekte und Programme
Sie haben die Grundlagen. Wohin jetzt?
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